Studien

Der Verbund besteht aus fünf unabhängigen Studien und zwei übergreifenden Projekten. Diese werden an insgesamt neun universitären Standorten durchgeführt. Neben dem koordinierenden Zentrum, der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Dresden, beteiligen sich die Universitäten Hamburg, Marburg, Berlin, Frankfurt, Bochum, Göttingen, Tübingen und München. Geforscht wird zum einen durch direkte Befragung, um spezifische Symptome psychischer Störungen (z.B. Schlafstörungen oder Ängste) zu erfassen. Anderseits werden auch genetische Untersuchungen im Blut durchgeführt. Aktivierungsmuster im Gehirn werden anhand der funktionellen Magnet Resonanz Tomographie (fMRT) erfasst. In zwei Studien, die sich mit neuartigen Therapien beschäftigen, wird einerseits eine innovative Form der Psychotherapie und anderseits eine moderne Form des ambulanten Monitorings mittels Smartphone erprobt.

A1

Verbesserung der Früherkennung und Frühintervention bei Personen mit erhöhtem Risiko für die Entwicklung bipolarer Störungen

Die Studie zu Risikopersonen für die Entwicklung Bipolarer Störungen wird an insgesamt sieben Standorten durchgeführt. Ziel des Vorhabens ist die genauere Vorhersage von zukünftigen manischen oder hypomanen Episoden bei Personen, bei denen bisher noch keine bipolare Störung diagnostiziert wurde. Da die Vorläuferstadien sehr heterogen sein können, werden verschiedene Risikogruppen untersucht: junge Menschen, die sich mit potenziellen Risikofaktoren an eines der Früherkennungszentren wenden, junge Patienten mit einer diagnostizierten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) und Personen mit einer depressiven Störung. Einerseits soll anhand von Fragebögen und Interviews, welche psychische Symptome erfassen, die Vorhersagekraft bestimmter Symptome oder Symptomkonstellationen untersucht werden. Andererseits wird anhand von Informationen aus z.B. der Bildgebung analysiert, ob schon vor Beginn der ersten manischen oder hypomanen Episode Veränderung in der Funktionsweise des Gehirns feststellbar sind.

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A2

Adjuvante Psychotherapie zur Rückfallprävention einer Bipolaren Störung

Wir wissen, dass stimmungsstabilisierende Medikamente den Verlauf Bipolarer Störungen positiv beeinflussen und neue Krankheitsepisoden verhindern können. Häufig reichen Psychopharmaka als alleinige Therapieform nicht aus. Wissenschaftlich ist mittlerweile belegt, dass eine Psychotherapie den Behandlungserfolg verbessern kann. Es ist weitere Forschung notwendig, um z.B. die Wirksamkeit neuer, spezifischer Therapieverfahren nachzuweisen. Damit wird ein Beitrag zur evidenzbasierten Verbesserung der klinischen Versorgung dieser Patientengruppe geleistet. Ziel der kontrollierten, randomisierten Therapiestudie ist es, bei Patienten(18 – 55 Jahre) , die an einer Bipolaren Störung leiden, gegenwärtig weitgehend symptomfrei und stabil auf Medikamente eingestellt sind, die Wirksamkeit einer spezifischen emotional-kognitiven Psychotherapie mit einer unterstützenden, auf Selbststeuerung und Selbsthilfe ausgerichteten Psychotherapie zu vergleichen. Die Studie unter der Gesamtleitung von Prof. Dr. Martin Hautzinger (Universität Tübingen) wird an insgesamt 9 Standorten durchgeführt. Die Psychotherapie findet im monatlichen Abstand an insgesamt vier vollen Tagen im Gruppensetting mit 4-8 Teilnehmern unter Anleitung von 1-2 Therapeuten statt.

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A3

Smartphone basiertes ambulantes Monitoring von Frühwarnsymptomen einschließlich echtzeitdatenabhängiger therapeutischer Intervention in der Langzeitbehandlung der Bipolaren Störung, eine randomisierte, kontrollierte Studie

The man is using a smartphone. Modern mobile phone in hand.In Deutschland benutzen mittlerweile mehr als 40 Millionen Menschen ein Smartphone. Diesen Umstand macht sich eine Studie zunutze, die an 6 Standorten durchgeführt wird. Anhand der Bewegungsdaten und des Kommunikationsverhaltens (Anzahl Gespräche, nicht aber Inhalte) von Personen mit einer Bipolaren Störung, die in den letzten Jahren mehrere Episoden durchleben mussten, soll ermittelt werden, ob sich diese Daten zur verbesserten Vorhersage erneuter manischer Episoden eignen. Dieses hoch innovative Projekt erfolgt in Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dort wurde bereits eine Vielzahl von Studien zum ambulanten Monitoring psychischer Erkrankungen erfolgreich durchgeführt.

 

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B2

Hirnbildgebungsmarker zur Vorhersage von akuten Wirkungen einer Therapie mit Lithium bei depressiven Episoden einer bipolaren Störung mit akuter Suizidalität

Ziel einer weiteren Studie ist die Verbesserung von Diagnostik und Therapieauswahl bei Patienten mit Suizidgedanken durch die Erforschung von Gehirnbildgebungsmarkern, die zum einen eine Frühdiagnostik erlauben und zum anderen Therapieerfolge mit Lithium beim einzelnen Patienten vorhersagen könnten.

B3

Identifikation von Genen und microRNAs mit unterschiedlichen LCL-Expressionsprofilen zwischen Lithium-Respondern und -Non-Respondern zur Entwicklung von Lithium-relevanten Biomarkern

Diese Studie zielt auf die Identifikation genomischer und transkriptomischer Biomarker, mit deren Hilfe der rezidivprophylaktische Behandlungserfolg einer Lithiumbehandlung bei Patienten mit Bipolarer Störung prognostizierbar wird.

TPP1

Datenbank und Biobank zur Verwaltung von multizentrischen Studien

Old archive with drawersErgänzt werden die Studien durch übergreifende Projekte, in denen zum einen eine moderne, zentrale Daten- und Biobank geschaffen wird. Zum Einsatz kommen hier spezifische IT Infrastrukturen wie SecuTrial und StarLims, die eine multizentrische Erfassung von hochwertigen Studiendaten ermöglichen. Die Daten werde zentral durch die Medizininformatik Göttingen verwaltet. Durch konsequente Trennung von identifizierenden Daten und Studienergebnissen, wird ein Datenschutz auf höchstem Niveau gewährleistet.

TPP2

Bildgebung und Neurophysiologie (EEG)

Innerhalb einiger Studien werden Aktivierungsmuster im Gehirn erforscht. Dies erfolgt mittels der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) und durch die Erfassung der Hirnströme (EEG). Die dafür erforderlichen Paradigmen werden über alle Zentren standardisiert. Um eine hohe Datenqualität sicherzustellen, erfolgt ein innovatives Qualitätsmanagement.